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Stand: 04.01.2016

Aktuelles / Dezember 2015

Nordhorn

„Haus kirchlicher Beratungsdienste“ in Nordhorn

Ökumenische Beratungsstelle VertragBei der Unterzeichnung der Verträge für das Beratungszentrum: (sitzend, von links) Superintendent Bernd Brauer (ev.-luth. Kirchenkreis Emsland-Bentheim), Präses Heinz-Hermann Nordholt (ev.-ref. Synodalverband Grafschaft Bentheim), Günter Sandfort (Caritas) und Volker Hans (ev.-ref. Diakonisches Werk) sowie (stehend, von links) Johann Kethorn (Geistliches Rentamt), Hartmut Giesecke von Bergh (ev.-luth. Kirchenkreis Emsland-Bentheim), Hermann Josef Quaing (Caritas) und Dorothea Währisch Purz (ev-luth. Diakonisches Werk).

Seit 25 Jahren arbeiten das Diakonische Werk des Ev.-luth. Kirchenkreises Emsland-Bentheim, der Caritasverband Grafschaft Bentheim der Diözese Osnabrück sowie das Ev.-ref. Diakonische Werk Grafschaft Bentheim erfolgreich in der Beratung von Suchtkranken zusammen. Wunsch dieses Verbundes war es seit langem, die Angebote im Bereich Suchtprävention und Rehabilitation in gemeinsam genutzten Räumlichkeiten in Nordhorn zusammenzuziehen, um Synergien zu nutzen. Noch sind die vielfältigen Beratungsdienste räumlich getrennt; das soll sich nun durch eine ökumenische Kooperationsvereinbarung ändern, die in der Woche vor dem Christfest unterzeichnet wurde.

"Es hat gedauert von der ersten Idee 2012 bis zur heutigen Unterschrift. In der Zeit ist aber auch viel Vertrauen untereinander gewachsen und die verbindliche Unterschrift heute ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Hauses kirchlicher Beratungsdienste. Nun können im Frühjahr die Bagger anrücken", zeigte sich die Diakoniegeschäftsführerin des Ev.-luth. Kirchenkreises Emsland-Bentheim, Dorothea Währisch-Purz erleichtert.

Der Spatenstich für das 3,1 Millionen Euro teure ökumenische Beratungszentrum, das in unmittelbarer Nachbarschaft zum Evangelischen Gymnasium Nordhorn liegen wird, soll um Ostern herum erfolgen. "Wir rechnen damit, dass wir 2017 mit dem Neubau fertig sind und noch im Jahr des Reformationsjubiläums das Haus eröffnen können", meinte Heinz-Hermann Nordholt, Präses des evangelisch-reformierten Synodalverbands Grafschaft Bentheim. Wie der stellvertretende Caritasdirektor der Diözese Osnabrück, Günter Sandfort betonte, biete die Grafschaft optimale Voraussetzungen für ein lösungs- und ergebnisorientiertes Planen einer ökumenisch besetzten Arbeitsgruppe: "Ein gemeinsames Ziel fördert die Bereitschaft, den Weg positiv zu gestalten."

Alle kirchlichen Träger sind sich sicher, dass das Zusammengehen in einem Haus viele Synergien schafft und zudem die Beratungsmöglichkeiten in der Fläche stärkt. "Der Weg ist natürlich erstmal langwierig, denn es mussten drei unterschiedliche Träger mit unterschiedlichen Rechtsgrundlagen zusammenwachsen, aber das ist innovativ und wie alles Innovative gibt es nichts, was man kopieren können", zeigte sich Superintendent Bernd Brauer vom Ev.-luth. Kirchenkreis Emsland-Bentheim zuversichtlich über den Erfolg des Projekts. Zur Vertragsunterzeichnung lag bereits die Baugenehmigung vor und die Bauausschreibung ist erfolgt. Hermann Josef Quaing von der Caritas zeigte sich zufrieden, dass der Kostenrahmen eingehalten wurde.

In dem zukünftigen, als Niedrigenergiehaus geplanten Objekt mit 30 Büros auf vier Etagen und einem großen Foyer mit Cafe werden alle Beratungsangebote der drei Kirchen nach Fachgruppen, nicht nach Konfessionen geordnet sein. Dazu gehören die Freiwilligendienste, die Schuldner- und Insolvenzberatung, Suchtberatung und Schwangeren- sowie Schwangerschaftskonfliktberatung und Unterstützung von Migranten. Die Mitarbeitenden der drei kirchlichen Wohlfahrtsorganisationen wirken trägerübergreifend im Sinne der Ratsuchenden zusammen. Hierzu gehört auch die gegenseitige Vertretung in Urlaubs- und Krankheitszeiten, ein gemeinsames Qualitätsmanagementverfahren und die Vereinheitlichung der Arbeitsabläufe. "Nach dem Meilenstein des heutigen Vertrags werden wir nun die Mitarbeiterschaft verstärkt in den Blick nehmen, um sie auf die gemeinsame Arbeitssituation vorzubereiten," so Quaing. Das auch dieses auf einem guten Weg ist, bestätigte Währisch-Purz von der Diakonie: "Die erste Mitarbeitendenvollversammlung endete schon mit einem gemeinsamen Grillfest."

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