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Stand: 24.07.2017

Aktuelles/Dezember 2015

Nordhorn

Unterstützung für das Projekt "HaLT"

Jugendliche, die betrunken Straftaten begehen, sind keine Seltenheit. Im Gebiet der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim kam es im Laufe des Jahres 2014 nahezu jeden zweiten Tag dazu. Die Polizei will das ändern und beteiligt sich nun am Projekt "Hart am LimiT" ("HaLT").

Polizei

"Das Ziel des Projekts "HaLT‘ ist es, dass Jugendliche und Kinder seltener und in geringeren Mengen Alkohol trinken und keine Drogen nehmen", sagt Dr. Hannah Timmer, Leiterin des Polizeikommissariats Nordhorn. Sozialarbeiterin Sanda Hildebrandt und ihre Kollegen von der Ökumenischen Fachambulanz Sucht (ÖFaS) suchen dazu den Kontakt mit den jungen Leuten.

"Wenn ein Kind aufgrund eines hohen Alkoholkonsums im Krankenhaus behandelt wird, können die Eltern die behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht gegenüber der ÖFaS entbinden. Die Mediziner informieren uns von dem Fall und wir nehmen Kontakt auf", sagt Hildebrandt. Die anschließenden Gespräche finden auf freiwilliger Basis statt. "Wir besprechen mit den Minderjährigen, wie es zu dem Alkoholmissbrauch kam und warum." Die Sozialarbeiter wollen dabei keine Moralpredigt halten, sondern den Minderjährigen helfen, selbst die Ursachen zu erkennen. "Wir sehen selten jemanden zweimal. Bei den meisten wirkt das Beratungsgespräch", freut sich Hildebrandt.

Seit dem Projektstart vor fünf Jahren ist die Zahl der Kinder gesunken, die mit Alkoholproblemen im Krankenhaus behandelt werden. "Wir wollen uns nicht auf den Erfolgen ausruhen", sagt Hermann Josef Quaing, Geschäftsführer der Caritas in der Grafschaft. "Die vom Polizeikommissariat vorgelegten zahlen zeigen, dass wir weiter tätig bleiben müssen. Viele trinken auf der Straße, aber landen nicht im Krankenhaus", sagt er. Künftig werden deshalb Polizeistreifen im gesamten Landkreis bekannte Punkte anfahren, an denen sich Minderjährige zum Trinken treffen. Auf Festen werden zudem verstärkt Kontrollen durchgeführt. "Wir beteiligen uns zunächst ein halbes Jahr an ,HaLT‘. Eine Verlängerung ist angedacht", sagt Inga Bätjer, Projektverantwortliche bei der Polizei.

Nun wird auch die Polizei mit entsprechenden Schweigepflichtentbindungen ausgestattet sein. Treffen die Polizisten auf betrunkene Minderjährige, werden diese und ihre Eltern über "HaLT" informiert. Gerade die Eltern zu erreichen, ist wichtig. "Viele Eltern verharmlosen Alkoholprobleme bei ihren Kindern", bedauert Hildebrandt. "Einige sagen, sich zu betrinken, gehört zum Erwachsenwerden dazu. Aber Alkohol im Kindesalter führt zu Wachstumsproblemen und körperlichen Fehlentwicklungen", mahnt Bätjer. "Und manchmal ist schon ein Rausch zu viel. Als Polizei müssen wir präventiv tätig werden, und schon Jugendlichen helfen", sagt Timmer.

Auch in der Zusamenrabeit mit der Polizei finden die "HaLT-Gespräche" mit den Mitarbeitenden der ÖfaS auf freiwilliger Basis statt.

"Beratung hilft nur dort, wo sie gewünscht ist" stellt Hildebrandt fest.

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